Labile
Drahtgeflechte tanzen auf schmalem Sockel, Blattschalen sind zu Phantasieblumen
gefügt, Insekten aus Plattenpanzer mit hochragenden Hörnern, Antennen
gleich, verstärken die Assoziation von unheimlichen Lebewesen. Manche
lauern, andere scheinen zum Abflug anzusetzen und weitere schweben bereits
an dünnen Fäden. Durch die vorherrschende Symmetrie, den statischen
Aufbau, wird die Vorstellung von organischen Lebewesen verstärkt. Eine
biologische Logik bestimmt ihre Gestalt.
„Bildende Kunst ist keine Literatur“, aber sie schöpft
aus erlebter und auch aus erträumter Erfahrung. Sie ist sinnlich präsent.
Und diese Präsenz gestaltet Martin Schrampf mit geradezu klassischer
Konsequenz.
(zit. aus: Sinnliche Präsenz, Zur Kunst von Martin Schrampf "morgen"
1995)