Angelika Starkl

In den Metallobjekten von Martin Schrampf werden die Kontrapunkte von Leblosem und Lebendigem sichtbar. Leblose Materie nimmt Form an, und zwar in Gestalt von organisch wirkenden Körpern. Durch den Einfluss der Hitze, durch das Biegen und Formen von starrem Material entstehen Objekte, die sich uns weich, natürlich und vertraut präsentieren, die sogar menschliche, tierische oder pflanzliche Züge annehmen, oder sich wie Blätter im Wind zu bewegen scheinen.


In den Metallobjekten begegnen unserem Auge immer wieder grafische Elemente. Linien und Flächen brechen mit der Dreidimensionalität. Polaritäten sind es, die in der Arbeit von Martin Schrampf wiederkehren: Leben und Tod, organisch-anorganisch, rund und spitz, Ordnung und Chaos. Diese Polaritäten finden sich auch in der äußeren und inneren Form der Arbeiten.

 

Der Kunsthistoriker Ernst Hans Gombrich sagt, „dass es immer Künstler geben wird, die die wunderbare Gabe besitzen, Formen und Farben aufeinander abzustimmen, und, was noch seltener ist, die die Charakterstärke haben, sich nie mit halben Lösungen zufrieden zu geben, sondern bereit sind, auf alle Effekthascherei und Kompromisse zu verzichten und nur das Mühsal ehrlichen Schaffens zu leben.“

 

(zit. aus Rede Raabs/Thaya 2013)

 

 

 
Roger Schwendinger

Zur Entstehungsgeschichte von Martin Schrampf als Metallplastiker wäre zu sagen, dass sein Werdegang von einer gewissen Selbstverständlichkeit begleitet wird, kennt man seine Familienzusamenhänge. Der Großvater ein Schlossermeister, wusste ihn mit seinen Treibarbeiten aus Kupferblech schon früh zu begeistern. In diesem Zusammenhang ist auch der Besuch eines Schrottplatzes zu sehen zu dem ihn sein Großvater mitnahm und von dem man nie ohne zu verarbeitendes Material zurückkehrte.
Martin Schrampf versuchte sich auch auf vielseitige Art und Weise an anderen Werkstoffen wie Draht, Jute, Spagat, um im Zuge einer Skulptur seine Vorstellungen zu verwirklichen.
 
(zit. Dobersberg 2013)
 
 
 
Heribert Hutter (+2013)
 
Labile Drahtgeflechte tanzen auf schmalem Sockel, Blattschalen sind zu Phantasieblumen gefügt, Insekten aus Plattenpanzer mit hochragenden Hörnern, Antennen gleich, verstärken die Assoziation von unheimlichen Lebewesen. Manche lauern, andere scheinen zum Abflug anzusetzen und weitere schweben bereits an dünnen Fäden. Durch die vorherrschende Symmetrie, den statischen Aufbau, wird die Vorstellung von organischen Lebewesen verstärkt. Eine biologische Logik bestimmt ihre Gestalt.
„Bildende Kunst ist keine Literatur“, aber sie schöpft aus erlebter und auch aus erträumter Erfahrung. Sie ist sinnlich präsent. Und diese Präsenz gestaltet Martin Schrampf mit geradezu klassischer Konsequenz.

(zit. aus: Sinnliche Präsenz, Zur Kunst von Martin Schrampf "morgen" 1995)